Wir präsentieren Gary Green, PADI AmbassaDiver

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Unser Leben verläuft nicht immer wie geplant. Manchmal stehen wir vor Hürden, von denen wir glauben, dass wir sie niemals überwinden werden.  Was aber tust du, wenn politische Konflikte und Kriege alle Hoffnung auf ein „normales Leben“ zerstören? Wie baust du dir ein neues Leben auf? Gary Green, unser neuester PADI AmbassaDiver beantwortet diese Frage mit einem Wort: Gerätetauchen.

Eine Karriere – und ein Leben – auf den Kopf gestellt

Als Gary 2009 als britischer Infanteriesoldat in Afghanistan stationiert war, änderte sich sein Leben für immer.

Dem Infanterieregiment trat ich 2007 als 18-jähriger Junge bei, verließ das Infanterieausbildungszentrum Catterick im Mai 2008 dann als bester Rekrut, und wurde dem 4. Infanteriebattalion zugewiesen. Im Juni 2009 wurde ich als Teil des Unterstützungstrupps für die Wahlen in die südliche Provinz Helmand in Afghanistan verlegt.  Ich war in einer kleinen Patrouillenbasis stationiert, die sich100m nördlich eines stark von den Taliban kontrollierten Gebiets befand.  Ich hatte es jeden Tag mit Feuergefechten und einem hohen Risiko durch IEDs (improvisierte explosive Apparate) zu tun.  

Am 21. August 2009 wurde ich von zwei IEDs erwischt, die in einer Hauswand angebracht waren und vom Feind mit einem Zugdraht ausgelöst wurden. Dabei wurde ich auf dem rechten Auge blind und in meinem Gesicht, in meinem Arm und in meinen Beinen blieben Schrapnellen zurück.“

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Der Kampf gegen die Posttraumatische Belastungsstörung

Nachdem Gary 2010 infolge seiner Verletzungen aus medizinischen Gründen aus der Armee entlassen wurde, begann sein langer Kampf zur Wiedereingliederung in die normale Gesellschaft. Innerhalb kürzester Zeit wurde er von den Auswirkungen seines schrecklichen Erlebnisses in eine selbstzerstörerische Richtung gerissen.

2011 wurde Gary nach der Diagnose einer akuten Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) behandelt und erhielt Medikamente. Zwei Jahre später begann er damit seine Energie nun auf eine neue berufliche Laufbahn als Schriftsteller und Manager zu konzentrieren.

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Die Entdeckung von PADI, Deptherapy und Gerätetauchen

Im darauffolgenden Jahr erfuhr Gary von Deptherapy, einer britischen gemeinnützigen Organisation, die schwer verletzte britische Armeeangehörige, die lebensverändernde psychische oder physische Verletzungen erlitten hatten, mit Hilfe des Gerätetauchens wieder rehabilitieren will.

Ich hatte mich dazu entschlossen, gegen meine Dämonen anzukämpfen. Ich weiß nicht genau, was mich aus diesem schwarzen Loch, in das ich gesprungen war, zurückholte, aber ich war für diese innere Bereitschaft dankbar und griff mit beiden Händen nach jeder neuen Chance. Eine dieser Chancen war die von PADI unterstützte Organisation Deptherapy. Beide zusammen schenkten mir ein neues Leben.

Ohne dass ich ausführlich darüber spreche, wie sehr ich unter der PTBS gelitten habe, ist es schwer vorstellbar, wie erleichtert ich war, als sie mich endlich losließ. Sobald ich unter Wasser war, waren alle Sünden und  alle körperlichen und seelischen Verletzungen wie fortgespült. Sobald ich unter Wasser war, war mein Kopf frei.  Ich konnte mich auf das konzentrieren, was direkt vor meinen Augen lag und auf die Fertigkeiten, die PADI mir gegeben hatte.“

Die Zukunft, Filme und wie es ist ein PADI AmbassaDiver zu sein

Als PADI Open Water Diver plant Gary nun seinen PADI Advanced Open Water Diver Kurs in Ägypten.

„Ich werde im Roten Meer tauchen und meinen PADI Advanced Open Water Diver Kurs und einen PADI Deep Diver Spezialkurs machen. Und am Ende meiner Reise werde ich noch einen Wracktauchgang machen. Die Reise wird von Deptherapy organisiert und ich bin Teil einer größeren Gruppe von Schülern, alles Irak- und Afghanistanveteranen mit psychischen und physischen Kriegsverletzungen. Wenn ich wieder zuhause bin, dann werde ich eine Ausbildung im Tauchen mit Trockenanzug machen und danach kann ich anfangen in Großbritannien zu tauchen.  So bekomme ich mehr Tauchgänge auf den Buckel und kann auch regelmäßig mit einigen der anderen Veteranen tauchen.

Während wir in Ägypten sind, werden wir einen Teil eines Dokumentarfilms über die gemeinnützige Organisation Deptherapy drehen. Ein Interview mit mir wurde dafür bereits aufgenommen. Dabei wird über mein Leben vor, während und nach dem Krieg berichtet und auch erzählt, wie und warum mein Leben sich änderte als ich bei meinem PADI Open Water Diver Kurs tauchen lernte. Wir werden die Reise dazu nutzen, uns selbst in Aktion zu filmen und hoffentlich werden wir damit in der Veteranen-Community viel Aufmerksamkeit für das Tauchen mit PADI erzeugen.”

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